Freitag, 15. Dezember 2017

Le mélange parfait entre Munich et Berlin: Bienvenue à Vienne...

Die perfekte Mischung aus München und Berlin: Willkommen in Wien...

Eine Freundin von mir benutzte einmal diese Worte um Wien als Stadt zu beschreiben.
Sowohl München als auch Berlin sind Städte, an die ich mein Herz verloren habe. In beiden Städten habe ich bereits gewohnt, gearbeitet und gefeiert.
Mein letzter Aufenthalt in Wien war schon viel zu lange her, also entschied ich mich dazu über meinen Geburtstag ein paar Tage in der österreichischen Hauptstadt zu verbringen.

Wien ist tatsächlich die perfekte Mischung aus den Eigenschaften, die ich an München und Berlin so schätze, aber Wien hat dazu noch seinen ganz eigenen Charme:

Das steckt von München in Wien: 

  • Bourgeoisie: München wird immer als die Snobisten-Stadt Deutschlands gesehen. Irgendwie ist sie das auch und die Münchner sind stolz darauf. Dass auch die Wiener ein bisschen Stolz besitzen, sieht man nicht zuletzt an den Prachtbauten in der Wiener Innenstadt. Hofburg, Burgtheater, Oper, Schloss Belvedere, Universität usw. sind nur einige der Gebäude, die klar die wichtige Rolle, die Wien früher zukam, zeigen und einen royalen Charme verbreiten. In der Wiener Innenstadt finden sich mindestens genauso viele Porsches wie in München und die Wienerin trägt gerne ihren Pelz zum winterlichen Spaziergang durch den Stadtpark oder über den Weihnachtsmarkt am Rathausplatz.
  • Kultur: Ich liebe die Münchner Museen und Konzertsäle. Das Lenbachhaus oder die Pinakotheken sind der beste Ort, um einem verregneten Novembersonntag zu entfliehen. Wien empfing mich glücklicherweise mit besserem Wetter als vorhergesagt, sodass ich sehr viel Zeit draußen verbringen konnte. Der kalte Dezemberwind ließ mich dann aber doch Zuflucht im Freud Museum und in den Kammerspielen suchen. Hier schaute ich mir eine Inzenierung von "Shakespeare in Love" an, die gut zur weihnachtlichen Stimmung der Stadt passte. Das Angebot an Museen und Konzerten in Wien ist riesengroß. Von Sisi bis Loos kann man hier jeden Sonntag des Jahres dem Wind entfliehen. 
  • Klassische Kaffee- und Wirtshäuser: Ein weiterer Teil des alten, klassischen Wiens sind die Kaffeehäuser, in denen man sich zum Ratschen traf und es bis heute tut. Ähnlich wie der Augustiner-Keller in München ist auch das berühmteste Kaffeehaus in Wien, das "Café Central" stets überfüllt (erkennbar an der Schlange vor der Tür). Ähnlich charmant wie beim Münchner Oktoberfest kann es passieren, dass man vom Kellner abgewiesen wird, weil sie einfach ausgebucht sind bis nächstes Jahr. Ein bisschen weniger touristisch geht es z. B. im "Sperl" zu, wo man den Wiener Charme genauso mitbekommt. Bis auf sehr wenige Ausnahmen sprachen alle meine Bedienungen "Wienerisch", was mich besonders verzauberte, weil es mein Lieblingsdialekt ist. 

Das steckt von Berlin in Wien

  • Großstadtflair: Berlin ist bunt. Eine Art Melting Pot. Ein Hafen für Menschen, die von überall herkommen, um in dieser verrückten Stadt ihr Glück zu finden. Berlin ist schnell. Alle paar Minuten kommt eine Ubahn. Berlin ist groß. Über 4 Millionen Menschen leben in der deutschen Hauptstadt. In Wien sind es nur circa 2 Millionen, aber die sind definitiv bunt. Wien verbreitet dieses Großstadtflair, das dir sagt, dass es egal ist wer du bist und woher du kommst, hier findest du Gleichgesinnte und kannst deine Verrücktheit ausleben. Und die Ubahn bringt dich hin, alle paar Minuten. 
  • Junge Kunst: Kreativität wird in Wien genauso groß geschrieben wie in Berlin. Wenn man im Museumsquartier z.B. die Burggasse hinunterläuft, findet man viele kleine Boutiquen und Galerien, in denen junge Wiener Künstler ihre Werke verkaufen und ausstellen. Diese Gassen laden zum Entdecken und Inspirieren ein. In der Vorweihnachtszeit ist ein besonders schöner Weihnachtsmarkt am Spittelberg zu bewundern, der besonders durch seine Intimität und Individualität überzeugt. In einem Innenhof kann man unter einem Lichterdach seinen Punsch genießen. Auch die Musik spielt in Wien eine große Rolle. Auch wegen einer meiner Lieblingsbands, "Wanda", zog es mich in diese Stadt. Wanda singt sehr oft über die Fassetten ihrer Heimatsstadt. Wenn die Jungs aufgelegt werden, singen alle Wiener lautstark mit. Tanzen kann man besonders gut und ausgelassen im "Tanzcafé Jenseits" in der Nelkengasse. In diesem ehemaligen Bordel tanzt ein Publikum aus verschiedenen Altersgruppen zu genau dem, was der DJ sich einfallen lässt. Das können die Beatles sein, direkt gefolgt von Snoop Dog. 
  • Hipster-Cafés: Neben den klassischen Kaffeehäusern hat es Wien geschafft eine neue Art von Cafés zu etablieren, wo sich die junge Künstler- und Studentenschaft trifft. In diesen Hipster-Cafés lässt es sich aushalten, den Duft von frisch gemahlenen Kaffee genießen, ein gutes Buch lesen oder die faszinierenden Gäste beobachten. Die Namen sind Programm. Zu den Favouriten meiner Reise gehören: Ulrich, Liebling, Menta, El.an, Halle und Phil.
Wien ist nicht umsonst 8 Mal zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt worden. Sie vereint klassische Schönheit mit jugendlichen Charme und bleibt sich dabei selbst treu. Sachertorte, Kaiserzeit und junge Künstler-und Feierkultur lassen sich nur mit Wiener Dialekt so authentisch verbinden. Wien ist die perfekte Mischung aus München und Berlin, mit einer ordentlichen Portion Schlagoberst. 

Sonntag, 3. Dezember 2017

Mes paroles de novembre...

Heute ist bereits der 3. Dezember. Wie jeder Monat in diesem Jahr, ging auch der November viel zu schnell vorbei. Es ist viel passiert. Ich gehe jetzt komplett meinen eigenen Weg, bin nach München gezogen und es hat das erste Mal in diesem Jahr geschneit. 

Bei einem langen, gedankenreichen Spaziergang durch meine wunderschöne Heimatstadt, die ich jetzt von so vielen Seiten neu entdecke, kam mir die Idee zu diesem neuen Format. 
Ich gehe eigentlich nirgends mehr ohne Kopfhörer und Spotify im Ohr hin. Natürlich gibt es Lieder, die ich lieber höre als andere und Textzeilen, die mich besonders inspirieren. 
Aus diesem Grund sind hier die Liedzeilen die mich im November besonders oft und intensiv begleitet haben...



“Mon œil qui pleure c'est à cause du vent 
Mes absences c'est du sentiment“ 

(Christine- Christine and the Queens)




“Hard liquor mixed with a bit of intellect
And all the boys, they were saying they were into it
Such a pretty face, on a pretty neck.” 

(Kiwi- Harry Styles)




“Sunshine she’s here you can take a break” 

(Happy-Pharrell Williams)


“My castle crumbled overnight
I brought a knife to a gunfight
They took the crown, but it's alright.” 

(Call it want you want- Taylor Swift)



“She's even far away at midnight and her laughter haunts my dreams
I ain't never been this broken
I've got nothing left to give
Now I'm searching for salvation as the winter closes in “ 

(Seven English Girls- Ron Pope)




“You're a perfect work of art
I knew right from the start
Oh I was never sure
Of a God before
But I know he must exist
He created this“ 

(Made to love- John Legend)



Donnerstag, 5. Oktober 2017

Holiday on #instaisland: Santorini...

5 Do's und 5 Don'ts auf der Trauminsel:

Santorini ist eine Trauminsel, das steht fest.
Nur sind wir nicht die Ersten, die das festgestellt haben, sondern schon zahlreiche Filme (z.B. Mamma Mia oder The Sisterhood of the Traveling Pants) wurden dort gedreht und machten sie zu einer Hochburg des Tourismus. Dies ist gut, denn die sehr trockene Insel lebt davon. Wie man den Urlaub auf der Insel trotzdem ohne Menschenhass übersteht, verrate ich euch in den folgenden Punkten:

DOs:

DO #1: Unabhängig reisen
Bei der Buchung der Reise sollte man darauf achten, möglichst einen direkten Flug auf die kleine Insel zu bekommen. Der süße, kleine Flughafen wird zwar nicht von allen europäischen Städten angeflogen, dadurch ist er aber auch nicht so voll. Anders geht es am Hafen "Athinios" zu: Hier legen sowohl Ausflugsboote, als auch Fähren von Athen an. Das macht den Hafen zu einem ungemütlichen Verkehrsknotenpunkt, an dem Stress vorprogrammiert ist.
Auf der Insel gibt es einen öffentlichen Bus, den wir aber nicht nutzten und daher wenig über die Fahrzeiten und die Pünktlichkeit sagen können. Wir haben uns ein Quad gemietet, was wir aufgrund der Unabhängigkeit und des angenehmen Fahrtwindes absolut empfehlen können. Man sollte sich allerdings einen solchen motorisierten Untersatz nur mieten, wenn man sich wirklich sicher fühlt (ich spreche aus Erfahrung). Laut unseres Hotelmanagers ist das Auto auf den kurvigen, staubigen Straßen der Insel die sicherste Fortbewegungsmöglichkeit. 
DO #2: Einheimische suchen
Es sind nicht viele Griechen, die das ganze Jahr über auf der Insel leben. Die meisten leben vom Tourismus und sind daher auch nur in der Hauptsaison vertreten. Sie leben dann aber in den kleinen Dörfern, die wegen der berühmten Blicke von Firà oder Oía von Touristen vernachlässigt werden, die aber definitiv einen Ausflug wert sind. Megalochori und Pyrgos waren auf der Insel hier meine Favoriten, in die sich Busreisen und Touristenstörme nur selten verirren.

Ein weiterer Geheimtipp ist die Schwesterinsel "Thirasia". Deren Bewohner sprechen von Ihrer Insel selbst als "Santorini vor 30 Jahren" und hier kann man nach dem steilen Anstieg, den man wahlweise auch auf einem Muli bestreiten kann, die Idylle und ein atemberaubendes Panorama genießen. 

DO #3: Frühaufsteher sein
Um auf die für Ihre berühmten blauen Kuppeln und weißen Häuser bekannten Küstenstädte Oía und Firá zurückzukommen: Diese sind absolut sehenswert.

Wunderschön an die Steilküste gebaute Mischungen aus strahlendem Weiß, königsblauen Kuppeln und intensiv pinker Bougainvillea. Um einen halbwegs ungestörten Blick auf das Meer zu haben, sollte man beide Orte am frühen Morgen besichtigen, weil ab 11 Uhr kein gemütliches Schlendern mehr möglich ist. Auch in den archäologischen Ausgrabungen von Akrotiri lohnt es sich ein bisschen früher dran zu sein, um diese in Ihrer Fülle ungestört bewundern zu können.
Am überfülltesten ist vor allem in Oía zum Sonnenuntergang. Sowohl mit Bussen als auch mit Booten werden Touristen für den Sonnenuntergang nach Oía gekarrt. Wir haben uns dagegen entschieden und den Sonnenuntergang lieber am südlichsten Teil der Insel am Leuchtturm "Pharos" genossen. 
DO #4: Schnorcheln gehen
Auf Santorini gibt es das klarste Meerwasser, das ich in meinem Leben bisher gesehen habe. Das liegt unter anderem am Vulkansteinstrand, der die Insel größtenteils umgibt. Zum Hinlegen vielleicht nicht ganz so bequem, aber dafür nicht ganz so hartnäckig wie feiner Sand. Besonders beeindruckend ist der Red Beach, an dem der Strand in einem intensiven Rot gefärbt ist. Hier tummeln sich einige Touristen, aber etwas abseits vom Hauptstrand findet man süße Buchten mit großen Felsen, um die sich die Wellen und die Fische tummeln. Hier findet man alles, was das Schnorchlerherz beehrt.

DO #5: Lokale Küche genießen
Obwohl Santorini selbst aufgrund des Klimas beinahe keine Landwirtschaft hat, kann man hier trotzdem wirklich sehr typisch und gut essen. Berühmt ist vor allem der Wein, der uns nicht wirklich überzeugte und relativ hartschalige Tomaten, die sehr schmackhaft waren. Besonders Fisch und Meeresfrüchte sind natürlich zu empfehlen, weil man hier davon ausgehen kann, dass es wirklich lokale Küche ist. Sehr zu empfehlen ist natürlich auch der griechische Feta oder Saganaki. 
Einen Restaurant-Tipp, den ich guten Gewissens geben kann, weil wir selbst zweimal ausgezeichnet hier gegessen haben, ist "The Cave of Nicolas" in Akrotiri. Hier sitzt man draußen schön mit Meerblick und innen ist das Restaurant ein, in den Fels gehöhlter Hobbitbau, der durch seinen urigen Charme verzaubert (Link zum Restaurant).


DON'Ts:

DON'T #1: Tourismushochburgen besiedeln
Santorini ist mit 76km² und einer Höchstlänge von 18km eine wirklich kleine Insel, auf der man alle Orte innerhalb von einer Orten gesehen haben kann. Manche Orte sind hierbei sehenswerter als andere. Wirklich abraten können wir von "Kamari". Dieser Ort ist für den Tourismus herausgestampft worden und besitzt keinen Funken vom Charme, der Santorini ausmacht. Am Strand reiht sich Schirm an Schirm innerorts Hotel an Hotel. Wir waren froh bei der Buchung nicht diesen Ort gewählt zu haben. Eine ähnliche Strandkulisse zeigt sich in Perissa, wo man jedoch an den Felsausläufen des höchsten Berges der Insel Profitis Ilias baden kann, was ebenfalls einen gewissen Charme hat. Außerdem ist die Kirche von Perissa eine der grössten der Insel und mit Ihren 5 blauen Kuppeln und einem verzierten Turm eine Sehenswürdigkeit. 

DON'T #2: Der Masse folgen:
Wie bereits beschrieben, sollte man versuchen gegen den Storm zu schwimmen, weil man sonst in der Masse untergeht. Der Sonnenuntergang von Oía ist tabu. Auch der Strand "Ammoudi Bay", zu dem man von Oía über eine Treppe laufen kann, oder alternativ mit dem Fahrzeug über eine Küstenstraße befahren kann, ist völlig überlaufen. Und das, obwohl nur 200m weiter eine ebenso schöne Bucht lauert. Über eine unscheinbare Abzweigung gelangt man zur "Katharos Lounge", wo man einen tollen Blick auf die Bucht hat und sehr gemütlich sitzen und essen kann (Link zum Restaurant). In dieser Bucht konnten wir am späten Nachmittag fast allein baden gehen. 
DON'T #3: Pauschaltourist sein
Natürlich sollte man bei der Buchung seiner Reise darauf achten, möglichst keine überteuerten Angebote zu wählen. Die Insel gilt zu Recht als eine der teuersten Griechenlands, muss aber nicht so teuer sein, wenn man die Touristenfallen umgeht. Diese heißen vor allem "Busreisen". Hier wird man mit einer Menge anderer Reisewütigen in den Bus gepfercht und holt sich dank Klimaanlage eine nette Erkältung. Halt macht man nur an den Touri-Hotspots, weil genau die wollen wir doch sehen oder?!
Ebenfalls teuer und touristisch sind Bootstouren, zu den nahen Vulkaninseln und der Schwesterninsel Thirasia. Für Individualität kann man hier noch viel mehr ausgeben, was sich vielleicht lohnt, uns aber zu teuer war. 
Wir entschieden uns einen Tag eine Tagesausflugstour zu den Inseln zu machen und verstanden die geführte Tour eher als Option. Das Ausflugboot war sehr voll, aber dies war eher eine gut temperierte Busfahrt und an den Stops machten wir uns bis zur Weiterfahrt selbstständig.

DON'T #4: In den Sommerferien reisen
Auf Santorini wird es nie richtig kalt und bis in den November bleibt es sommerlich warm. Mitte/Ende September hielten wir es bei 28-33°C sehr gut aus. Im Juli/August können die Temperaturen die 40 Grad Marke knacken.
Vorteil ist, dass immer eine angenehme Brise vom Meer her weht, Nachteil, dass die Sommerferien wirklich die Hauptreisezeit sind und dann die kleine Insel überbevölkert ist.
Hotels und Flüge sind circa doppelt so teuer und auch vor Ort nutzen die Touristenfallen die Reisewut aus, um ein besonders gutes Geschäft zu machen. Im September ist die Saison noch lange nicht vorbei, aber immerhin findet man günstigere Angebote und ein gutes Stück weniger Touristen.

DON'T #5: #instaisland zu wörtlich nehmen
Ich habe Santorini schon vor unserer Reise liebevoll "Instaisland" getauft, weil gefühlt keine andere Insel die Instagram-Sommerlandschaft so bevölkert wie dieses kleine Archipel.
Blaue Dächer und weiße Häuser ohne Ende.
Und natürlich wollte auch ich mein perfektes Instagram-Bild schießen. Bilder machen Spaß und können tolle Erinnerungen an einen wirklich schönen Urlaub sein, aber nur wenn man die Erlebnisse, die diese Erinnerung ausmachen wirklich genießt.
Ich habe mich nicht zu selten dabei ertappt, wie ich eine Kulisse nur durch die Linse betrachtete und nicht mit bloßem Auge. Letztendlich sollte es nicht um die Instagramtauglichkeit der Bilder gehen, sondern darum einen unvergesslichen Urlaub auf dieser malerischen Insel zu haben.


Sonntag, 3. September 2017

Devenir adulte...

Erwachsen werden. 

Zu meinem 18. Geburtstag erhielt ich Glückwünsche. Alle sagten, dass ich jetzt "erwachsen" sei. Aber erwachsen fühlte es sich nicht an. Ich ging noch zur Schule, wohnte daheim, war weit davon entfernt zu wissen wie ich mir mein Leben vorstellte, wo es hingehen sollte. 

Zu meinem 21. Geburtstag erhielt ich Glückwünsche. Sie sagten, dass ich jetzt "überall auf der Welt erwachsen" sei. Aber in meinem Kopf war ich das noch lange nicht. Ich war gerade mitten im Studium. Saß zwischen den Stühlen. Wollte gediegen in die Oper gehen und danach die Nacht durchtanzen. Ich hatte immer noch keinen Plan von der Zukunft. War ständig unterwegs und das Geld rann mir durch die Finger. 

Jetzt habe ich meinen ersten, festen Job angefangen. Alle schreiben mir, wie "erwachsen" das ist. 
Ich sehe Studenten, die ihre Semesterferien genießen, Urlaubsbilder posten oder sich auf den Master vorbereiten. 
Ich gehöre nicht mehr dazu. Ich bin jetzt "erwachsen", habe keine Geldsorgen mehr. Ich überlege mir welchen Bausparvertrag ich anlege und suche nach Wohnungen für mich allein. 
Ich wohne noch Zuhause, aber das fühlt sich so falsch an. Ich bin selbstständiger, als ich es jemals in meinem Leben war und möchte endlich auf eigenen Beinen stehen.

Manchmal wünsche ich mir doch wieder das aufregende Leben zurück, das ich als Student führen durfte. Dann wünsche ich mich in die Stadt an der Donau, wo ich die Bars unsicher machte und die größte Herausforderung am Ende des Semesters, in weiter Ferne lag. 

Ein neues Abenteuer, eine neue Stadt, neue Leute, interessante Vorlesungen und Seminare. 
Das alles habe ich vorerst vertagt. Habe es gegen einen Arbeitsalltag, eine 40 Stunden Woche eingetauscht. 
Ich mag meinen Job, lerne jeden Tag dazu, kann mich sinnvoll einbringen und werde dafür wertgeschätzt.  
Ich möchte mich in die Arbeitswelt einfinden und als Berufstätige wahrgenommen werden. Aber gleichzeitig möchte ich keine Spieserin sein, möchte weiterhin durch die Bars ziehen und verrückte Partynächte erleben, möchte mein sorgenfreies Leben weiter festhalten. 

"Erwachsen werden" ist keine Zahl, hierfür zählt nicht das Alter. Ich brauche noch ein bisschen Zeit. Das richtige "Erwachsen werden" ist ein langwieriger Prozess. Und so richtig erwachsen möchte ich auch noch gar nicht sein. Ich möchte verrückt sein und ungebunden. Möchte meinen eigenen Kopf durchsetzen und mich nicht für immer festlegen. Möchte spontane Reisen unternehmen und viel zu viel Geld beim Shoppen ausgeben.
Ich will erwachsen werden, in meinem Tempo. 




Sonntag, 6. August 2017

#Throwback to: When I followed the Moskva...

3 Tage in Moskau...

In den letzten Monaten finde ich kaum Zeit zu schreiben. Das stört mich, frustiert mich, aber es ist nunmal so. Ich befinde mich in der Einarbeitungsphase für eine Festanstellung bei XING Events, verbringe den Großteil meines Tages vor dem Computer und abends und am Wochenende hole ich alles nach, was die Woche über liegen geblieben ist. 

Bisher habe ich es aber wenigstens geschafft, meine Reisen auf diesem Blog zu dokumentieren. 
Auch als ich vor gut einem Monat für 3 Tage nach Moskau flog, war ich mir sicher darüber zu schreiben. Diese ereignisreichen Tage verdienen es auch reflektiert zu werden.

Die Vorbereitung für die Reise begann mit einigem Vorlauf. Einladung für die Visa Beantragung, Visa beantragen, Visa abholen, Flug buchen...


Tag 1: Freitag, der 30.06.2017

Von München nach Moskau einen erschwinglichen Flug zu einer akzeptablen Uhrzeit zu finden, ist nicht ganz einfach. Also stiegen meine zwei Freundinnen und ich am Freitag um 12 Uhr in unseren Flug der Airline S7 (Siberian Airlines), der uns nach Boarding-Schwierigkeiten sicher nach Moskau bringen sollte. Schon im Flugzeug wurde uns klar, dass wir mit Englisch in Russland nicht weit kommen würden: Die Stewardess verstand kein Wort. 
Nach großen Turbulenzen, die dem größten Sturm in Moskau seit 1980 geschuldet waren, kamen wir ganz zur Freude der russischen Omi neben mir heil auf russischen Boden an. 
Auch die Passkontrolle gestaltete sich wegen fehlender Russisch-Kenntnisse schwierig. 
Wir waren froh, als unsere Freundin, die in dieser Stadt lebt und arbeitet, uns am Flughafen abholte und wir uns auf ihre Kenntnisse verlassen konnten. 
Taxis sollte man in Moskau lieber mobil rufen, anstatt sich auf die überteuerten Preise der Fahrer am Flughafen einzulassen. 

Im Taxi ging es dann los mit den Erzählungen über unsere spannende Reise und die Wiedersehensfreude war groß. Draußen regnete es jetzt nur noch leicht, aber dank der offenen Fenster konnten wir lebhaft daran teilhaben. 

Bei unserer Freundin angekommen, unsere Taschen abgeladen, entschieden wir noch für einen Absacker in die Nähe des roten Platzes zu fahren. Bei "Jamie's Italian" gab es tolle Cocktails und dazu musste es auch noch etwas zum Schlemmen sein. Wenn wir schonmal da sind. 

Ein Bild auf dem nächtlichen Roten Platz musste trotz Regen aber doch sein. 

Tag 2: Samstag, der 01.07.2017

Bei schönem Wetter machten wir uns auf den Weg zum Sightseeing in der Innenstadt: 
  • Roter Platz und Basilius-Kathedrale
  • Kaufhaus GUM
  • Bolshoi-Theater
  • Pelmeni Essen 
  • Gorki Park
Besonders Gorki Park war an diesem Tag eine Attraktion, weil alle Moskauer dort das gute Wetter genossen. 
Abends genehmigten wir uns noch Drinks auf der "Schokoladeninsel", bevor wir fix und fertig ins Bett fielen. 

Tag 3: Sonntag, der 2.07.2017

Der Moskauer Himmel begrüßte uns morgens mit dunklen Wolken. Trotzdem wollten wir in den Norden der Stadt zum "Flacon". Dieser bunte Designer-Markt, auf dem man auch kulinarische Highlights findet, erinnerte mich sehr an meine Berliner Tage. Wir schlenderten ein bisschen über den Markt, hörten der Musik zu und genossen die Gerüche, bevor wir uns in ein Café flüchteten, weil sich der leichte Nieselregen in einen ordentlichen Schauer entwickelt hatte. 
Da sich das Wetter nicht besserte, entschieden wir uns für einen Abstecher in einer von Moskaus Malls, in der es zufällig einen "Victoria's Secret" Store gibt. Zu unserem Entzücken war gerade Sale, also fanden wir noch ein paar Teile zu akzeptablen Preisen. 
Zurück in der trockenen Wohnung entschieden wir einen gemütlichen Fernseh-Abend mit der neusten Folge der Bachelorette und Wein zu verbringen und unsere gemeinsame Zeit ausklingen zu lassen. 

Am Montag hieß es nämlich für mich bereits Abreisen. Im störmenden Regen verabschiedete ich mich von dieser Stadt. Nach einem Spießroutenlauf durch den Flughafen, gefolgt von einer guten Stunde Verspätung meines Flieger war ich froh wieder im sonnigen München zu sein. 

Moskau war eines der interessantesten Reiseziele, die ich bisher gesehen habe. Angefangen mit den Verständigungsschwierigkeiten bis zum Wetter war es nicht einfach die Vorzüge dieser Stadt zu würdigen. Man sollte sich vorher bewusst machen, dass Russland kein touristisches Land ist, was es vielleicht besonders reizvoll macht. 

Hier meine TOP 3+1 Highlights in Moskau: 

  • die Architektur: Moskaus Zentrum besteht aus Prachtbauten, hinter denen sich Plattenbauten auftürmen. Zuckerbäckerstil, Zwiebeltürme und barocke Verzierungen der Shoppingmalls, das alles beeindruckt immens.
  • Gorki Park: Ein toller Park, in dem wir stundenlang den Tänzern am Ufer der Moskva zugesehen haben. Bei schönem Wetter gibt es keine bessere Adresse. Hier findet man alles von Beachvolleyball bis zur modernen Blaskapelle. 
  • die Ubahn: Alle 90 (oder 70) Sekunden fährt hier eine Ubahn ein und bringt einen in kürzester Zeit durch die Stadt. Jeder U-Bahnhof ist anders gestaltet. Teilweise fühlt man sich mehr wie in einer unterirdischen Schatzkammer als im öffentlichen Nahverkehr. Für Regentage die perfekte Unternehmung in Moskau: In die Ubahn setzen und entdecken. 
  • (Mein persönliches Highlight: Zeit mit meinen Mädels zu verbringen, über die alten Zeiten zu quatschen und zu lachen, zu wissen woher wir unsere Verrücktheit haben und, dass wir sie teilen.)

Montag, 5. Juni 2017

#GenerationOverload...

Morgens nach dem Aufwachen ist das Erste, was ich mache, mein Handy zu checken. 
Whatsapp. Instagram. Snapchat. Reizüberflutung
Bunte Bilder von lachenden Gesichtern. Perfekt inszenierte Stillleben von Bikinis und säuberlich geschnibbelten Obstschalen. Die neuesten, ästhetisch verpackten Schminkutensilien. Die Sommertrends was Haarfarbe, Schnitt und Länge betrifft...
Informationen prasseln auf mich ein, dabei ist es erst 7 Uhr morgens. 

Oft frage ich mich warum ich das eigentlich mache. Warum muss ich direkt auf mein Handy starren und überprüfen, ob ich über die Nacht wichtige Neuigkeiten verpasst habe? 
Und ich spreche hierbei nicht mal von Neuigkeiten, die relevant seien, wie Anschläge, die neusten Hirngespinste von verrückten Präsidenten oder andere Vergehen an Menschenrechten. 
Ich spreche von Nichtigkeiten wie wieviele Likes mein neustes Bild bekommen hat oder wieviele Nutzer meine Instagram-Story angesehen haben. 
Wer hat neue Posts? Wer war gestern wo und hatte wieviel Spaß?

Das Erste, was ich also am Morgen tue, ist, mich in die Leben anderer einzumischen. 
Erlaubt. Gewünscht. #likeforlike #followforfollow. Bitte, bitte interessiere dich für mich!
Aber interessiere ich mich wirklich für dich? Oder nur für die Illusion des perfekten Leben, die du mir vorgaukelst? 
Ein Traum aus Rosa, makellos rasierten Beinen, dem perfekten Bikini-Body und den professionell geschminkten Wangen. #Iwokeuplikethis und Filter drüber. 
Es ist ja selbstverständlich, dass man keine hässlichen Bilder von sich und seinen Freunden postet. Dass man nicht seinen Frust mit der Welt teilt. Wir alle wollen uns so präsentieren, wie wir gerne sind. Sein würden. #lifegoals Die Realität bleibt auf der Strecke. 
Täglich ein neuer Trend, ein neuer Star, dem man followen muss, um informiert zu sein. Ein neuer Hashtag, den alle benutzen. Wehe man verpasst etwas. #tbt #ootd
Und wehe man teilt etwas nicht mit der Welt. Ich muss ihr doch zeigen, was ich heute Tolles , Außergewöhnliches gemacht habe und wie glücklich ich doch bin. 

Wie gesagt, ich nutze selbst Instagram und Snapchat und teile meine schönen Erlebnisse mit anderen. Ich mache das gerne. Mir macht das Spaß. Mich interessiert wen es interessiert. Ich bin genauso narzisstisch veranlagt wie jeder andere. 
Ich möchte diesen Post auch nicht zu Verurteilung nutzen, sondern zur Reflexion anregen. 

Solange wir uns bewusst sind, dass das perfekte Leben und der perfekte Mensch eine Illusion sind, dann ist das o.k. sich etwas vorspielen zu lassen. Das ist wie Kino. Wie Märchen erzählen. Unterhaltsam. 
Solange wir auch noch ohne Handy und Community auskommen, ist das ja auch in Ordnung. 
Solange man noch mit sich selbst allein sein kann, sich auch im echten Leben zurecht findet und den Tag nicht für das perfekte Instagram-Bild lebt, darf man sich abends die Anerkennung von den virtuellen Freunden abholen. 
Solange man mit sich selbst im Reinen ist, verursachten auch die perfekten Körper und Fitness-Tutorials keine Bauchschmerzen. 

Für heute habe ich genug. Ich verbringe den Abend mit mir selbst, einem guten Buch und garantiert ohne Handy. Und morgen Früh schaue ich als erstes aus dem Fenster und bewundere die echte Welt. Weil sie doch so viel schöner und interessanter ist, als die virtuelle. Einfach, weil sie echt ist. 
So wie wir alle sein sollten. 
ungeschminkt, filterfrei, echt und glücklich



Freitag, 26. Mai 2017

München- meine Heimat, meine Liebe...

Munich- mon Amour. 

Ich schreibe gerne, wenn ich von einer Reise zurückkomme darüber was ich erlebt habe. Was ich gesehen und entdeckt habe. Wie mich Orte und Menschen beeindruckt haben. 

Es gibt keine Regel, dass ich immer nur, wenn ich unterwegs bin, kreativ sein kann oder mich Dinge beschäftigen. Mich beschäftigt vieles. Mich beeindruckt vieles. Mich begeistert vieles. 
Es muss nicht immer das Ferne, Neue sein, das man schön und erstrebenswert findet. Es kann auch etwas altvertrautes sein, das vor der Haustür auf einen wartet, das man noch nie so wahrgenommen hat wie in diesem Moment. 
So geht es mir gerade mit meiner Heimatstadt- München
Eine Stadt, die schon immer vor der Haustür lag, die ich oft besucht, aber nie so bewusst wahrgenommen habe wie jetzt. 

Ich habe in den letzten Jahren in mehreren Städten gelebt und habe diese von null auf kennengelernt. 
Ich kannte Regensburg nicht, bevor ich dort studiert habe. Hatte noch nie von Clermont-Ferrand gehört, bevor ich selbst dort hinzog. Konnte mir nie vorstellen in Berlin zu leben, bevor ich mich darin verliebte. Verstand die EU und Brüssel nicht, bevor ich nicht selbst meine Lektion vor Ort gelernt hatte. 
Und jetzt bin ich wieder auf Anfang. Bin zurück in altvertrauten oberbayerischen Gefilden. Kenne meinen Nachbarn länger als meine besten Freunde. 
Arbeite inzwischen seit 8 Monaten in München. 
Ich habe einen routinierten Arbeitsweg, kenne jede Haltestelle der Sbahn und Ubahn, die ich täglich abfahre. Ging den ganzen Winter über jeden Tag den gleichen Weg am Marienplatz und dem berühmten Rathaus, an der Frauenkirche und dem Bayerischen Hof vorbei bis zum Amiraplatz, wo ich arbeitete. Ich habe die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten Münchens gesehen, auch wahrgenommen aber nicht auf mich wirken lassen. 
Aktuell arbeite ich in der Nähe des Stiglmaierplatzes, entdeckte jeden Tag neue Restaurants und Cafés in diesem Teil der Maxvorstadt, der mir vorher überhaupt nicht erschlossen war. 
Jeden Tag wird es wärmer und schöner und ich sehe mit einem anderen Blick auf diese Stadt, die ich dachte so gut zu kennen. 
Ich schlenderte durch die Straßen, mache lange Spaziergänge, verliere mich in Seitenstraßen, Gassen. Ich bin beeindruckt von der Architektur, der Fülle der kulinarischen Möglichkeiten und der puren Schönheit der Stadt. 

Ich bin immer noch genervt, dass München von den Lebenshaltungskosten eine der teuersten Städte Deutschlands ist. 
Ich bin immer noch genervt von den gut betuchten, hochnäsigen Münchnern, die mich für die Aussage, dass ich aus München komme, obwohl ich nur aus dem "Umland" bin, verurteilen würden. Ich bin immer noch genervt von den öffentlichen Verkehrsmitteln, die nirgends, wo ich war, so schlecht sind wie hier. 
Ich bin immer noch genervt von der Verschlossenheit und der Anonymität, die ich bei den Menschen oft wahrnehme.

Aber trotz dieser Macken verliebe ich mich wieder von Neuem in meine Stadt. 
Ich sehe Sie mit neuen Augen und finde sie wunderschön, fast menschlich. 
Bin begeistert von dem kulturellen Angebot, das ich viel mehr schätze als früher.

Ich freue mich auf den Sommer, den ich hier verbirgen werde. Und die Zeit, die danach kommt. 
Das Schönste dabei ist, ich weiß, hierher werde ich immer zurückkommen, denn:
Dahoam is dahoam

Montag, 17. April 2017

Peter Lindberg- From Fashion to Reality

Eine Austellung, die einfach schön ist. Die Motive, die Geschichte, die Verwirklichung. 

Peter Lindbergh hat es wie kein anderer verstanden eine Frau gleichzeitig weiblich, natürlich und stark zu präsentieren. Er hat es mit einer Kamera und ein paar weißen Hemden geschafft eine ganze Generation für Supermodels zu begeistern und hat somit einen Mythos erschaffen. 

Er hat aus Cindy Crawford, Linda Evangelista und Kate Moss Namen gemacht, die jeder kennt, für die es keine Erklärung braucht. 

Er kennt jeden, der in Hollywood Rang und Namen hat und sie reißen sich darum vor seiner Linse zu stehen. 

Und obwohl er eine Wohnung in L.A, New York und Paris besitzt, bleibt er der Junge aus Duisburg. Er hatte einen Traum, den er glücklicherweise verwirklichen konnte. Er hatte Talent, Ehrgeiz und das nötige Fünkchen Glück. 

Die Ausstellung zeigt seine bedeutendsten Werke, seine Art von Kunst und gibt Einblicke in das Leben und Schaffen eines der einflussreichsten Fotografen unserer Zeit. 

In Schwarz und Weiß lässt er uns in die Seele der Stars eintauchen.




Sonntag, 9. April 2017

Félin...

Raubkatze. 

Mit geschlossenen Augen liegt sie da, lässt sich die Sonne auf den perfekt geformten Körper scheinen, genießt die Wärme und die Geräusche des Frühlings. Endlich ist es warm, sie zeigt sich, ungeniert. 

Von einem plötzlichen Geräusch gestört, fährt sie hoch. Diese kraftvolle Bewegung bringt ihre Muskeln zu Tage. Langsam erhebt sie sich und du kannst nicht anders als jeden ihrer Schritte, jede ihrer fließenden, gleitenden Bewegungen zu bewundern. 

Ihre durchdringenden, grün funkelnden Augen treffen deine. Sie durchdringen dich und treffen dein Innerstes. Du weißt, dass du nie etwas schöneres gesehen hast. Nie mehr bewundern, begehren wirst. 
Für einen Moment gehört ihre Aufmerksamkeit ganz dir, der Rest der Welt wird ausgeblendet. Du fühlst dich besonders, wertvoll. Sie zeigt dir einen Teil ihrer Seele. Sie lässt dich einen kurzen Einblick erhaschen, einen Blick hinter die perfekte Maske, unter das dicke Fell.  

Und im nächsten Augenblick ist es verflogen. Sie wendet sich ab. Streift weiter durch ihr Revier, pirscht sich an die nächste Beute heran, überfällt sie so plötzlich wie sie es gerade noch bei dir getan hat. 

Du bleibt zurück. Verwundet, leer. Gerade noch geblendet von der Intensität der Schönheit, jetzt gestochen von der Intensität der Ablehnung, der Gleichgültigkeit. 
Dir bleibt ihr Geruch und die Erinnerung an den Moment. Die Sekunde, in der sie dir das Gefühl gab etwas besonders zu sein.  In der ihre Aufmerksamkeit dir gehörte. Du der Mittelpunkt ihrer Welt warst. 

Sie ist eine Raubkatze. Sie wird sich nicht festlegen, wird nicht bei dir bleiben. Sie braucht die Jagd, lebt von ihr. Sie braucht das Gefühl begehrt zu werden, nicht nur von dir, sondern von allen. Sie will verzaubern, verführen, verwirren, verlassen. Sie lebt davon. 
Hör nicht auf, sie zu bewundern, zu begehren, zu vergöttern. Sie lebt davon. 


Samstag, 18. März 2017

La bande sonore d'un weekend en Irlande...

Der Soundtrack eines Wochenendes in Irland. 

"Es ist keine Wiedersehensfreude, die ich empfinde. Es ist vielmehr das Gefühl, dass ich nie richtig weg gewesen bin. Dass wir uns nicht auseinander gelebt haben. Dass alles noch wie früher ist. 
Es ist eines der schönsten Gefühle, wenn die Zeit vergangen ist, man aber noch das gleiche Gefühl hat. Die gleiche Freude, der gleiche Humor, die gleichen Gesprächsthemen. Vertrautheit, Geborgenheit, Freundschaft. Ich fühle mich vollkommen, ganz. Ihr habt mir gefehlt, aber irgendwie waren wir trotzdem die ganze Zeit zusammen."

Es war eine Reise, auf die ich lange hin gefiebert habe. Seit ich mein Bachelor-Studium im September abgeschlossen habe, habe ich viele meiner Kommilitonen nicht mehr gesehen. Wir waren ein bunter Haufen von Weltenbummlern und uns allen war klar, dass es schwer sein würde sich wiederzusehen. Und doch hat es ein kleiner Teil am letzten Wochenende geschafft. 

9.03- 13.03.2017 in Irland mit meinen Mädels, les filles, der Prag-Crew, dem #GermanFrenchSquad. Ein Wiedersehen in zweierlei Hinsicht. 

Natürlich stand das Wiedersehen mit den Mädels im Mittelpunkt, aber auch auf die grüne Insel mit ihren Schafherden und endlosen Landschaften freute ich mich. Ich hatte mich bereits letztens Jahr im September in dieses Land und seine Leute verliebt und dieses Wochenende hat den Wunsch dorthin zurückzukommen weiter verstärkt. 

Donnerstag, 9.03.17, verbrachte ich in Dublin, wo ich einfach durch die Straßen schlenderte, mir überlegte direkt in einen Pub zu gehen und mich von der Freundlichkeit der Iren wieder überzeugen ließ. Am Abend kamen dann auch die anderen Mädels an und zusammen fuhren wir mit dem Bus (Citylink) nach Galway, natürlich mit dem richtigen Soundtrack. 

Dort angekommen empfing uns unsere Freundin, die wir besuchten, und wenig später fielen wir todmüde in die Betten unseres absolut typisch irischen B&Bs "Bayview"

Freitag, 10.03,17, standen wir ziemlich früh auf und genossen erstmal das irische Frühstück. 
Da ich mich dazu entschlossen habe Süßigkeiten zu fasten, war es für mich eine kleine Herausforderung die leckeren Kuchen und Muffins zu ignorieren, aber Egg & Bacon haben mir dabei ganz gut geholfen. Wir nahmen schließlich den Bus nach Connemara, weil es mit der Autovermietung ein bisschen Probleme gab. So konnten wir auf der Fahrt aber alle die Landschaft bewundern und lautstark Michel Sardou "Les lacs du Connemara" zum besten geben.
Aus Angst vor Regenschauern hatten wir die komplette Regenkluft eingepackt, die wir letztendlich gar nicht brauchten. Der irische Wettergott erwies sich als sehr gnädig und schickte uns erst Regen, als wir den Nationalpark Connemara abends wieder verließen. Der Tag war sehr lustig, weil wir auch auf der Wanderung das Singen nicht unterlassen konnten. Auch unser Prag Soundtrack "Fight Song" war mit von der Partie.

Nachdem wir gegen den Wind ankämpfend endlich den Gipfel des Diamond Hills erreicht hatten, belohnte uns die Natur mit einem atemberaubenden Blick über die Seen des Connemara, die Michel Sardou so passend besungen hatte.

Abends kamen wir um kurz vor 9 wieder in Galway an und drängten uns direkt in einen mit irischen Fans gefüllten Pub. Wir wollten, wie sie, das Rugby Spiel Irland gegen Wales sehen. Leider verloren die Iren, was aber anscheinend niemanden sehr betrübte.
Im Pub fühlten wir uns doch ein bisschen underdressed, so ungeschminkt und in Outdoor-Klamotten. Alle Irinnen hatten sich herausgeputzt und bis zur Unkenntlichkeit mit Make-up bekleistert. Besonders gravierend war der Unterschied auf der Toilette im grellen Neonlicht zu sehen. Erstaunlicherweise wurden wir trotzdem angesprochen und hatten Spaß mit Live-Musik und Cider. 

Samstag, 11.03.17, wieder starteten wir mit Sonnenschein in den Tag. Wir besichtigten Galway und genossen den Tag am Strand und in der Innenstadt. Sollten wir jemals ein Auslandssemester in Irland machen, wissen wir bereits, dass wir in diese Stadt wollen.
Die Atmosphäre und die süße Architektur hatten es uns direkt angetan. Außerdem haben wir bereits zwei Lieblingslieder über diese Stadt, denn auch das originale "Galway Girl" gehörte an diesem Wochenende zu unserem Soundtrack.

Zur Feier des Tages kauften wir uns dann alle den gleichen grünen Pulli als Erinnerung an diesen Trip. 

Nachmittags nahmen wir wieder den Bus Richtung Dublin. Dort angekommen verliefen wir uns ein bisschen auf dem Weg zu unserem AirBnB nahe des Phoenix Parks. Als wir dann angekommen waren, reichte es nur noch für eine Portion Nudeln mit Pesto, das erste von zahlreichen Guinness und eine kleine Schicht Make-Up. Wir wollten diesmal nicht wieder durch unsere natürliche Schönheit auffallen.
Uns erwartete eine unvergessliche Partynacht (nachdem wir alle Teile wieder ins Gedächtnis gerufen haben) mit Guinness, französischen, irischen und amerikanischen Bekanntschaften, einer unerwarteten Houseparty mit Hendrick's Gin, unserer Lieblings-Showersongs und mehr oder weniger irischen Tänzen. 

Sonntag, 12.03.17, nachdem wir alle nicht gerade früh im Bett waren, ließen wir den Tag sehr langsam angehen und suchten uns erstmal einen Ort für einen kleinen Kater-Brunch. Danach besuchten wir dann noch das Guinness-Museum. Auf 5 Stockwerken erfährt man alles rund um das braue Gold, auf das die Iren genauso stolz sind wie auf den Saint Patrick's Day. Über den Dächern von Dublin konnten wir am Ende dann noch unser eigenes Guinness in der Gravitybar genießen. 

Den letzten Abend verbrachten wir zu dritt bei Fish&Chips und Burgern im Party-Viertel Temple Bar. Bevor wir unsere Reise beendeten, genossen wir die Live Musik in der originalen Temple Bar und schlossen erneut interessante Bekanntschaften.

Am Montag reichte es nur noch für einen Spaziergang im Phoenix Park bevor wir dann Richtung Flughafen aufbrachen und unsere Wege sich wieder trennten.

Dieses Wochenende wird uns in sehr guter Erinnerung bleiben.
Wenn ich Bilanz ziehe, kann ich ordentliche 5 Liter Guinness verbuchen. Ich habe Galway, Connemara und Dublin gesehen, habe irische, golfspielende Ärzte kennengelernt, habe wieder einen Glückstreffer beim irischen Wetter gelandet (fast kein Regen), weiß meine Gummistiefel in jeder Lebenslange einzusetzen.
Aber vor allem weiß ich, dass ich immer Freunde überall auf der Welt haben werde, die ich besuchen kann und die für mich da sind.
My Galway Girls in matching sweaters!