Donnerstag, 5. Oktober 2017

Holiday on #instaisland: Santorini...

5 Do's und 5 Don'ts auf der Trauminsel:

Santorini ist eine Trauminsel, das steht fest.
Nur sind wir nicht die Ersten, die das festgestellt haben, sondern schon zahlreiche Filme (z.B. Mamma Mia oder The Sisterhood of the Traveling Pants) wurden dort gedreht und machten sie zu einer Hochburg des Tourismus. Dies ist gut, denn die sehr trockene Insel lebt davon. Wie man den Urlaub auf der Insel trotzdem ohne Menschenhass übersteht, verrate ich euch in den folgenden Punkten:

DOs:

DO #1: Unabhängig reisen
Bei der Buchung der Reise sollte man darauf achten, möglichst einen direkten Flug auf die kleine Insel zu bekommen. Der süße, kleine Flughafen wird zwar nicht von allen europäischen Städten angeflogen, dadurch ist er aber auch nicht so voll. Anders geht es am Hafen "Athinios" zu: Hier legen sowohl Ausflugsboote, als auch Fähren von Athen an. Das macht den Hafen zu einem ungemütlichen Verkehrsknotenpunkt, an dem Stress vorprogrammiert ist.
Auf der Insel gibt es einen öffentlichen Bus, den wir aber nicht nutzten und daher wenig über die Fahrzeiten und die Pünktlichkeit sagen können. Wir haben uns ein Quad gemietet, was wir aufgrund der Unabhängigkeit und des angenehmen Fahrtwindes absolut empfehlen können. Man sollte sich allerdings einen solchen motorisierten Untersatz nur mieten, wenn man sich wirklich sicher fühlt (ich spreche aus Erfahrung). Laut unseres Hotelmanagers ist das Auto auf den kurvigen, staubigen Straßen der Insel die sicherste Fortbewegungsmöglichkeit. 
DO #2: Einheimische suchen
Es sind nicht viele Griechen, die das ganze Jahr über auf der Insel leben. Die meisten leben vom Tourismus und sind daher auch nur in der Hauptsaison vertreten. Sie leben dann aber in den kleinen Dörfern, die wegen der berühmten Blicke von Firà oder Oía von Touristen vernachlässigt werden, die aber definitiv einen Ausflug wert sind. Megalochori und Pyrgos waren auf der Insel hier meine Favoriten, in die sich Busreisen und Touristenstörme nur selten verirren.

Ein weiterer Geheimtipp ist die Schwesterinsel "Thirasia". Deren Bewohner sprechen von Ihrer Insel selbst als "Santorini vor 30 Jahren" und hier kann man nach dem steilen Anstieg, den man wahlweise auch auf einem Muli bestreiten kann, die Idylle und ein atemberaubendes Panorama genießen. 

DO #3: Frühaufsteher sein
Um auf die für Ihre berühmten blauen Kuppeln und weißen Häuser bekannten Küstenstädte Oía und Firá zurückzukommen: Diese sind absolut sehenswert.

Wunderschön an die Steilküste gebaute Mischungen aus strahlendem Weiß, königsblauen Kuppeln und intensiv pinker Bougainvillea. Um einen halbwegs ungestörten Blick auf das Meer zu haben, sollte man beide Orte am frühen Morgen besichtigen, weil ab 11 Uhr kein gemütliches Schlendern mehr möglich ist. Auch in den archäologischen Ausgrabungen von Akrotiri lohnt es sich ein bisschen früher dran zu sein, um diese in Ihrer Fülle ungestört bewundern zu können.
Am überfülltesten ist vor allem in Oía zum Sonnenuntergang. Sowohl mit Bussen als auch mit Booten werden Touristen für den Sonnenuntergang nach Oía gekarrt. Wir haben uns dagegen entschieden und den Sonnenuntergang lieber am südlichsten Teil der Insel am Leuchtturm "Pharos" genossen. 
DO #4: Schnorcheln gehen
Auf Santorini gibt es das klarste Meerwasser, das ich in meinem Leben bisher gesehen habe. Das liegt unter anderem am Vulkansteinstrand, der die Insel größtenteils umgibt. Zum Hinlegen vielleicht nicht ganz so bequem, aber dafür nicht ganz so hartnäckig wie feiner Sand. Besonders beeindruckend ist der Red Beach, an dem der Strand in einem intensiven Rot gefärbt ist. Hier tummeln sich einige Touristen, aber etwas abseits vom Hauptstrand findet man süße Buchten mit großen Felsen, um die sich die Wellen und die Fische tummeln. Hier findet man alles, was das Schnorchlerherz beehrt.

DO #5: Lokale Küche genießen
Obwohl Santorini selbst aufgrund des Klimas beinahe keine Landwirtschaft hat, kann man hier trotzdem wirklich sehr typisch und gut essen. Berühmt ist vor allem der Wein, der uns nicht wirklich überzeugte und relativ hartschalige Tomaten, die sehr schmackhaft waren. Besonders Fisch und Meeresfrüchte sind natürlich zu empfehlen, weil man hier davon ausgehen kann, dass es wirklich lokale Küche ist. Sehr zu empfehlen ist natürlich auch der griechische Feta oder Saganaki. 
Einen Restaurant-Tipp, den ich guten Gewissens geben kann, weil wir selbst zweimal ausgezeichnet hier gegessen haben, ist "The Cave of Nicolas" in Akrotiri. Hier sitzt man draußen schön mit Meerblick und innen ist das Restaurant ein, in den Fels gehöhlter Hobbitbau, der durch seinen urigen Charme verzaubert (Link zum Restaurant).


DON'Ts:

DON'T #1: Tourismushochburgen besiedeln
Santorini ist mit 76km² und einer Höchstlänge von 18km eine wirklich kleine Insel, auf der man alle Orte innerhalb von einer Orten gesehen haben kann. Manche Orte sind hierbei sehenswerter als andere. Wirklich abraten können wir von "Kamari". Dieser Ort ist für den Tourismus herausgestampft worden und besitzt keinen Funken vom Charme, der Santorini ausmacht. Am Strand reiht sich Schirm an Schirm innerorts Hotel an Hotel. Wir waren froh bei der Buchung nicht diesen Ort gewählt zu haben. Eine ähnliche Strandkulisse zeigt sich in Perissa, wo man jedoch an den Felsausläufen des höchsten Berges der Insel Profitis Ilias baden kann, was ebenfalls einen gewissen Charme hat. Außerdem ist die Kirche von Perissa eine der grössten der Insel und mit Ihren 5 blauen Kuppeln und einem verzierten Turm eine Sehenswürdigkeit. 

DON'T #2: Der Masse folgen:
Wie bereits beschrieben, sollte man versuchen gegen den Storm zu schwimmen, weil man sonst in der Masse untergeht. Der Sonnenuntergang von Oía ist tabu. Auch der Strand "Ammoudi Bay", zu dem man von Oía über eine Treppe laufen kann, oder alternativ mit dem Fahrzeug über eine Küstenstraße befahren kann, ist völlig überlaufen. Und das, obwohl nur 200m weiter eine ebenso schöne Bucht lauert. Über eine unscheinbare Abzweigung gelangt man zur "Katharos Lounge", wo man einen tollen Blick auf die Bucht hat und sehr gemütlich sitzen und essen kann (Link zum Restaurant). In dieser Bucht konnten wir am späten Nachmittag fast allein baden gehen. 
DON'T #3: Pauschaltourist sein
Natürlich sollte man bei der Buchung seiner Reise darauf achten, möglichst keine überteuerten Angebote zu wählen. Die Insel gilt zu Recht als eine der teuersten Griechenlands, muss aber nicht so teuer sein, wenn man die Touristenfallen umgeht. Diese heißen vor allem "Busreisen". Hier wird man mit einer Menge anderer Reisewütigen in den Bus gepfercht und holt sich dank Klimaanlage eine nette Erkältung. Halt macht man nur an den Touri-Hotspots, weil genau die wollen wir doch sehen oder?!
Ebenfalls teuer und touristisch sind Bootstouren, zu den nahen Vulkaninseln und der Schwesterninsel Thirasia. Für Individualität kann man hier noch viel mehr ausgeben, was sich vielleicht lohnt, uns aber zu teuer war. 
Wir entschieden uns einen Tag eine Tagesausflugstour zu den Inseln zu machen und verstanden die geführte Tour eher als Option. Das Ausflugboot war sehr voll, aber dies war eher eine gut temperierte Busfahrt und an den Stops machten wir uns bis zur Weiterfahrt selbstständig.

DON'T #4: In den Sommerferien reisen
Auf Santorini wird es nie richtig kalt und bis in den November bleibt es sommerlich warm. Mitte/Ende September hielten wir es bei 28-33°C sehr gut aus. Im Juli/August können die Temperaturen die 40 Grad Marke knacken.
Vorteil ist, dass immer eine angenehme Brise vom Meer her weht, Nachteil, dass die Sommerferien wirklich die Hauptreisezeit sind und dann die kleine Insel überbevölkert ist.
Hotels und Flüge sind circa doppelt so teuer und auch vor Ort nutzen die Touristenfallen die Reisewut aus, um ein besonders gutes Geschäft zu machen. Im September ist die Saison noch lange nicht vorbei, aber immerhin findet man günstigere Angebote und ein gutes Stück weniger Touristen.

DON'T #5: #instaisland zu wörtlich nehmen
Ich habe Santorini schon vor unserer Reise liebevoll "Instaisland" getauft, weil gefühlt keine andere Insel die Instagram-Sommerlandschaft so bevölkert wie dieses kleine Archipel.
Blaue Dächer und weiße Häuser ohne Ende.
Und natürlich wollte auch ich mein perfektes Instagram-Bild schießen. Bilder machen Spaß und können tolle Erinnerungen an einen wirklich schönen Urlaub sein, aber nur wenn man die Erlebnisse, die diese Erinnerung ausmachen wirklich genießt.
Ich habe mich nicht zu selten dabei ertappt, wie ich eine Kulisse nur durch die Linse betrachtete und nicht mit bloßem Auge. Letztendlich sollte es nicht um die Instagramtauglichkeit der Bilder gehen, sondern darum einen unvergesslichen Urlaub auf dieser malerischen Insel zu haben.


Sonntag, 3. September 2017

Devenir adulte...

Erwachsen werden. 

Zu meinem 18. Geburtstag erhielt ich Glückwünsche. Alle sagten, dass ich jetzt "erwachsen" sei. Aber erwachsen fühlte es sich nicht an. Ich ging noch zur Schule, wohnte daheim, war weit davon entfernt zu wissen wie ich mir mein Leben vorstellte, wo es hingehen sollte. 

Zu meinem 21. Geburtstag erhielt ich Glückwünsche. Sie sagten, dass ich jetzt "überall auf der Welt erwachsen" sei. Aber in meinem Kopf war ich das noch lange nicht. Ich war gerade mitten im Studium. Saß zwischen den Stühlen. Wollte gediegen in die Oper gehen und danach die Nacht durchtanzen. Ich hatte immer noch keinen Plan von der Zukunft. War ständig unterwegs und das Geld rann mir durch die Finger. 

Jetzt habe ich meinen ersten, festen Job angefangen. Alle schreiben mir, wie "erwachsen" das ist. 
Ich sehe Studenten, die ihre Semesterferien genießen, Urlaubsbilder posten oder sich auf den Master vorbereiten. 
Ich gehöre nicht mehr dazu. Ich bin jetzt "erwachsen", habe keine Geldsorgen mehr. Ich überlege mir welchen Bausparvertrag ich anlege und suche nach Wohnungen für mich allein. 
Ich wohne noch Zuhause, aber das fühlt sich so falsch an. Ich bin selbstständiger, als ich es jemals in meinem Leben war und möchte endlich auf eigenen Beinen stehen.

Manchmal wünsche ich mir doch wieder das aufregende Leben zurück, das ich als Student führen durfte. Dann wünsche ich mich in die Stadt an der Donau, wo ich die Bars unsicher machte und die größte Herausforderung am Ende des Semesters, in weiter Ferne lag. 

Ein neues Abenteuer, eine neue Stadt, neue Leute, interessante Vorlesungen und Seminare. 
Das alles habe ich vorerst vertagt. Habe es gegen einen Arbeitsalltag, eine 40 Stunden Woche eingetauscht. 
Ich mag meinen Job, lerne jeden Tag dazu, kann mich sinnvoll einbringen und werde dafür wertgeschätzt.  
Ich möchte mich in die Arbeitswelt einfinden und als Berufstätige wahrgenommen werden. Aber gleichzeitig möchte ich keine Spieserin sein, möchte weiterhin durch die Bars ziehen und verrückte Partynächte erleben, möchte mein sorgenfreies Leben weiter festhalten. 

"Erwachsen werden" ist keine Zahl, hierfür zählt nicht das Alter. Ich brauche noch ein bisschen Zeit. Das richtige "Erwachsen werden" ist ein langwieriger Prozess. Und so richtig erwachsen möchte ich auch noch gar nicht sein. Ich möchte verrückt sein und ungebunden. Möchte meinen eigenen Kopf durchsetzen und mich nicht für immer festlegen. Möchte spontane Reisen unternehmen und viel zu viel Geld beim Shoppen ausgeben.
Ich will erwachsen werden, in meinem Tempo. 




Sonntag, 6. August 2017

#Throwback to: When I followed the Moskva...

3 Tage in Moskau...

In den letzten Monaten finde ich kaum Zeit zu schreiben. Das stört mich, frustiert mich, aber es ist nunmal so. Ich befinde mich in der Einarbeitungsphase für eine Festanstellung bei XING Events, verbringe den Großteil meines Tages vor dem Computer und abends und am Wochenende hole ich alles nach, was die Woche über liegen geblieben ist. 

Bisher habe ich es aber wenigstens geschafft, meine Reisen auf diesem Blog zu dokumentieren. 
Auch als ich vor gut einem Monat für 3 Tage nach Moskau flog, war ich mir sicher darüber zu schreiben. Diese ereignisreichen Tage verdienen es auch reflektiert zu werden.

Die Vorbereitung für die Reise begann mit einigem Vorlauf. Einladung für die Visa Beantragung, Visa beantragen, Visa abholen, Flug buchen...


Tag 1: Freitag, der 30.06.2017

Von München nach Moskau einen erschwinglichen Flug zu einer akzeptablen Uhrzeit zu finden, ist nicht ganz einfach. Also stiegen meine zwei Freundinnen und ich am Freitag um 12 Uhr in unseren Flug der Airline S7 (Siberian Airlines), der uns nach Boarding-Schwierigkeiten sicher nach Moskau bringen sollte. Schon im Flugzeug wurde uns klar, dass wir mit Englisch in Russland nicht weit kommen würden: Die Stewardess verstand kein Wort. 
Nach großen Turbulenzen, die dem größten Sturm in Moskau seit 1980 geschuldet waren, kamen wir ganz zur Freude der russischen Omi neben mir heil auf russischen Boden an. 
Auch die Passkontrolle gestaltete sich wegen fehlender Russisch-Kenntnisse schwierig. 
Wir waren froh, als unsere Freundin, die in dieser Stadt lebt und arbeitet, uns am Flughafen abholte und wir uns auf ihre Kenntnisse verlassen konnten. 
Taxis sollte man in Moskau lieber mobil rufen, anstatt sich auf die überteuerten Preise der Fahrer am Flughafen einzulassen. 

Im Taxi ging es dann los mit den Erzählungen über unsere spannende Reise und die Wiedersehensfreude war groß. Draußen regnete es jetzt nur noch leicht, aber dank der offenen Fenster konnten wir lebhaft daran teilhaben. 

Bei unserer Freundin angekommen, unsere Taschen abgeladen, entschieden wir noch für einen Absacker in die Nähe des roten Platzes zu fahren. Bei "Jamie's Italian" gab es tolle Cocktails und dazu musste es auch noch etwas zum Schlemmen sein. Wenn wir schonmal da sind. 

Ein Bild auf dem nächtlichen Roten Platz musste trotz Regen aber doch sein. 

Tag 2: Samstag, der 01.07.2017

Bei schönem Wetter machten wir uns auf den Weg zum Sightseeing in der Innenstadt: 
  • Roter Platz und Basilius-Kathedrale
  • Kaufhaus GUM
  • Bolshoi-Theater
  • Pelmeni Essen 
  • Gorki Park
Besonders Gorki Park war an diesem Tag eine Attraktion, weil alle Moskauer dort das gute Wetter genossen. 
Abends genehmigten wir uns noch Drinks auf der "Schokoladeninsel", bevor wir fix und fertig ins Bett fielen. 

Tag 3: Sonntag, der 2.07.2017

Der Moskauer Himmel begrüßte uns morgens mit dunklen Wolken. Trotzdem wollten wir in den Norden der Stadt zum "Flacon". Dieser bunte Designer-Markt, auf dem man auch kulinarische Highlights findet, erinnerte mich sehr an meine Berliner Tage. Wir schlenderten ein bisschen über den Markt, hörten der Musik zu und genossen die Gerüche, bevor wir uns in ein Café flüchteten, weil sich der leichte Nieselregen in einen ordentlichen Schauer entwickelt hatte. 
Da sich das Wetter nicht besserte, entschieden wir uns für einen Abstecher in einer von Moskaus Malls, in der es zufällig einen "Victoria's Secret" Store gibt. Zu unserem Entzücken war gerade Sale, also fanden wir noch ein paar Teile zu akzeptablen Preisen. 
Zurück in der trockenen Wohnung entschieden wir einen gemütlichen Fernseh-Abend mit der neusten Folge der Bachelorette und Wein zu verbringen und unsere gemeinsame Zeit ausklingen zu lassen. 

Am Montag hieß es nämlich für mich bereits Abreisen. Im störmenden Regen verabschiedete ich mich von dieser Stadt. Nach einem Spießroutenlauf durch den Flughafen, gefolgt von einer guten Stunde Verspätung meines Flieger war ich froh wieder im sonnigen München zu sein. 

Moskau war eines der interessantesten Reiseziele, die ich bisher gesehen habe. Angefangen mit den Verständigungsschwierigkeiten bis zum Wetter war es nicht einfach die Vorzüge dieser Stadt zu würdigen. Man sollte sich vorher bewusst machen, dass Russland kein touristisches Land ist, was es vielleicht besonders reizvoll macht. 

Hier meine TOP 3+1 Highlights in Moskau: 

  • die Architektur: Moskaus Zentrum besteht aus Prachtbauten, hinter denen sich Plattenbauten auftürmen. Zuckerbäckerstil, Zwiebeltürme und barocke Verzierungen der Shoppingmalls, das alles beeindruckt immens.
  • Gorki Park: Ein toller Park, in dem wir stundenlang den Tänzern am Ufer der Moskva zugesehen haben. Bei schönem Wetter gibt es keine bessere Adresse. Hier findet man alles von Beachvolleyball bis zur modernen Blaskapelle. 
  • die Ubahn: Alle 90 (oder 70) Sekunden fährt hier eine Ubahn ein und bringt einen in kürzester Zeit durch die Stadt. Jeder U-Bahnhof ist anders gestaltet. Teilweise fühlt man sich mehr wie in einer unterirdischen Schatzkammer als im öffentlichen Nahverkehr. Für Regentage die perfekte Unternehmung in Moskau: In die Ubahn setzen und entdecken. 
  • (Mein persönliches Highlight: Zeit mit meinen Mädels zu verbringen, über die alten Zeiten zu quatschen und zu lachen, zu wissen woher wir unsere Verrücktheit haben und, dass wir sie teilen.)

Montag, 5. Juni 2017

#GenerationOverload...

Morgens nach dem Aufwachen ist das Erste, was ich mache, mein Handy zu checken. 
Whatsapp. Instagram. Snapchat. Reizüberflutung
Bunte Bilder von lachenden Gesichtern. Perfekt inszenierte Stillleben von Bikinis und säuberlich geschnibbelten Obstschalen. Die neuesten, ästhetisch verpackten Schminkutensilien. Die Sommertrends was Haarfarbe, Schnitt und Länge betrifft...
Informationen prasseln auf mich ein, dabei ist es erst 7 Uhr morgens. 

Oft frage ich mich warum ich das eigentlich mache. Warum muss ich direkt auf mein Handy starren und überprüfen, ob ich über die Nacht wichtige Neuigkeiten verpasst habe? 
Und ich spreche hierbei nicht mal von Neuigkeiten, die relevant seien, wie Anschläge, die neusten Hirngespinste von verrückten Präsidenten oder andere Vergehen an Menschenrechten. 
Ich spreche von Nichtigkeiten wie wieviele Likes mein neustes Bild bekommen hat oder wieviele Nutzer meine Instagram-Story angesehen haben. 
Wer hat neue Posts? Wer war gestern wo und hatte wieviel Spaß?

Das Erste, was ich also am Morgen tue, ist, mich in die Leben anderer einzumischen. 
Erlaubt. Gewünscht. #likeforlike #followforfollow. Bitte, bitte interessiere dich für mich!
Aber interessiere ich mich wirklich für dich? Oder nur für die Illusion des perfekten Leben, die du mir vorgaukelst? 
Ein Traum aus Rosa, makellos rasierten Beinen, dem perfekten Bikini-Body und den professionell geschminkten Wangen. #Iwokeuplikethis und Filter drüber. 
Es ist ja selbstverständlich, dass man keine hässlichen Bilder von sich und seinen Freunden postet. Dass man nicht seinen Frust mit der Welt teilt. Wir alle wollen uns so präsentieren, wie wir gerne sind. Sein würden. #lifegoals Die Realität bleibt auf der Strecke. 
Täglich ein neuer Trend, ein neuer Star, dem man followen muss, um informiert zu sein. Ein neuer Hashtag, den alle benutzen. Wehe man verpasst etwas. #tbt #ootd
Und wehe man teilt etwas nicht mit der Welt. Ich muss ihr doch zeigen, was ich heute Tolles , Außergewöhnliches gemacht habe und wie glücklich ich doch bin. 

Wie gesagt, ich nutze selbst Instagram und Snapchat und teile meine schönen Erlebnisse mit anderen. Ich mache das gerne. Mir macht das Spaß. Mich interessiert wen es interessiert. Ich bin genauso narzisstisch veranlagt wie jeder andere. 
Ich möchte diesen Post auch nicht zu Verurteilung nutzen, sondern zur Reflexion anregen. 

Solange wir uns bewusst sind, dass das perfekte Leben und der perfekte Mensch eine Illusion sind, dann ist das o.k. sich etwas vorspielen zu lassen. Das ist wie Kino. Wie Märchen erzählen. Unterhaltsam. 
Solange wir auch noch ohne Handy und Community auskommen, ist das ja auch in Ordnung. 
Solange man noch mit sich selbst allein sein kann, sich auch im echten Leben zurecht findet und den Tag nicht für das perfekte Instagram-Bild lebt, darf man sich abends die Anerkennung von den virtuellen Freunden abholen. 
Solange man mit sich selbst im Reinen ist, verursachten auch die perfekten Körper und Fitness-Tutorials keine Bauchschmerzen. 

Für heute habe ich genug. Ich verbringe den Abend mit mir selbst, einem guten Buch und garantiert ohne Handy. Und morgen Früh schaue ich als erstes aus dem Fenster und bewundere die echte Welt. Weil sie doch so viel schöner und interessanter ist, als die virtuelle. Einfach, weil sie echt ist. 
So wie wir alle sein sollten. 
ungeschminkt, filterfrei, echt und glücklich



Freitag, 26. Mai 2017

München- meine Heimat, meine Liebe...

Munich- mon Amour. 

Ich schreibe gerne, wenn ich von einer Reise zurückkomme darüber was ich erlebt habe. Was ich gesehen und entdeckt habe. Wie mich Orte und Menschen beeindruckt haben. 

Es gibt keine Regel, dass ich immer nur, wenn ich unterwegs bin, kreativ sein kann oder mich Dinge beschäftigen. Mich beschäftigt vieles. Mich beeindruckt vieles. Mich begeistert vieles. 
Es muss nicht immer das Ferne, Neue sein, das man schön und erstrebenswert findet. Es kann auch etwas altvertrautes sein, das vor der Haustür auf einen wartet, das man noch nie so wahrgenommen hat wie in diesem Moment. 
So geht es mir gerade mit meiner Heimatstadt- München
Eine Stadt, die schon immer vor der Haustür lag, die ich oft besucht, aber nie so bewusst wahrgenommen habe wie jetzt. 

Ich habe in den letzten Jahren in mehreren Städten gelebt und habe diese von null auf kennengelernt. 
Ich kannte Regensburg nicht, bevor ich dort studiert habe. Hatte noch nie von Clermont-Ferrand gehört, bevor ich selbst dort hinzog. Konnte mir nie vorstellen in Berlin zu leben, bevor ich mich darin verliebte. Verstand die EU und Brüssel nicht, bevor ich nicht selbst meine Lektion vor Ort gelernt hatte. 
Und jetzt bin ich wieder auf Anfang. Bin zurück in altvertrauten oberbayerischen Gefilden. Kenne meinen Nachbarn länger als meine besten Freunde. 
Arbeite inzwischen seit 8 Monaten in München. 
Ich habe einen routinierten Arbeitsweg, kenne jede Haltestelle der Sbahn und Ubahn, die ich täglich abfahre. Ging den ganzen Winter über jeden Tag den gleichen Weg am Marienplatz und dem berühmten Rathaus, an der Frauenkirche und dem Bayerischen Hof vorbei bis zum Amiraplatz, wo ich arbeitete. Ich habe die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten Münchens gesehen, auch wahrgenommen aber nicht auf mich wirken lassen. 
Aktuell arbeite ich in der Nähe des Stiglmaierplatzes, entdeckte jeden Tag neue Restaurants und Cafés in diesem Teil der Maxvorstadt, der mir vorher überhaupt nicht erschlossen war. 
Jeden Tag wird es wärmer und schöner und ich sehe mit einem anderen Blick auf diese Stadt, die ich dachte so gut zu kennen. 
Ich schlenderte durch die Straßen, mache lange Spaziergänge, verliere mich in Seitenstraßen, Gassen. Ich bin beeindruckt von der Architektur, der Fülle der kulinarischen Möglichkeiten und der puren Schönheit der Stadt. 

Ich bin immer noch genervt, dass München von den Lebenshaltungskosten eine der teuersten Städte Deutschlands ist. 
Ich bin immer noch genervt von den gut betuchten, hochnäsigen Münchnern, die mich für die Aussage, dass ich aus München komme, obwohl ich nur aus dem "Umland" bin, verurteilen würden. Ich bin immer noch genervt von den öffentlichen Verkehrsmitteln, die nirgends, wo ich war, so schlecht sind wie hier. 
Ich bin immer noch genervt von der Verschlossenheit und der Anonymität, die ich bei den Menschen oft wahrnehme.

Aber trotz dieser Macken verliebe ich mich wieder von Neuem in meine Stadt. 
Ich sehe Sie mit neuen Augen und finde sie wunderschön, fast menschlich. 
Bin begeistert von dem kulturellen Angebot, das ich viel mehr schätze als früher.

Ich freue mich auf den Sommer, den ich hier verbirgen werde. Und die Zeit, die danach kommt. 
Das Schönste dabei ist, ich weiß, hierher werde ich immer zurückkommen, denn:
Dahoam is dahoam

Montag, 17. April 2017

Peter Lindberg- From Fashion to Reality

Eine Austellung, die einfach schön ist. Die Motive, die Geschichte, die Verwirklichung. 

Peter Lindbergh hat es wie kein anderer verstanden eine Frau gleichzeitig weiblich, natürlich und stark zu präsentieren. Er hat es mit einer Kamera und ein paar weißen Hemden geschafft eine ganze Generation für Supermodels zu begeistern und hat somit einen Mythos erschaffen. 

Er hat aus Cindy Crawford, Linda Evangelista und Kate Moss Namen gemacht, die jeder kennt, für die es keine Erklärung braucht. 

Er kennt jeden, der in Hollywood Rang und Namen hat und sie reißen sich darum vor seiner Linse zu stehen. 

Und obwohl er eine Wohnung in L.A, New York und Paris besitzt, bleibt er der Junge aus Duisburg. Er hatte einen Traum, den er glücklicherweise verwirklichen konnte. Er hatte Talent, Ehrgeiz und das nötige Fünkchen Glück. 

Die Ausstellung zeigt seine bedeutendsten Werke, seine Art von Kunst und gibt Einblicke in das Leben und Schaffen eines der einflussreichsten Fotografen unserer Zeit. 

In Schwarz und Weiß lässt er uns in die Seele der Stars eintauchen.




Sonntag, 9. April 2017

Félin...

Raubkatze. 

Mit geschlossenen Augen liegt sie da, lässt sich die Sonne auf den perfekt geformten Körper scheinen, genießt die Wärme und die Geräusche des Frühlings. Endlich ist es warm, sie zeigt sich, ungeniert. 

Von einem plötzlichen Geräusch gestört, fährt sie hoch. Diese kraftvolle Bewegung bringt ihre Muskeln zu Tage. Langsam erhebt sie sich und du kannst nicht anders als jeden ihrer Schritte, jede ihrer fließenden, gleitenden Bewegungen zu bewundern. 

Ihre durchdringenden, grün funkelnden Augen treffen deine. Sie durchdringen dich und treffen dein Innerstes. Du weißt, dass du nie etwas schöneres gesehen hast. Nie mehr bewundern, begehren wirst. 
Für einen Moment gehört ihre Aufmerksamkeit ganz dir, der Rest der Welt wird ausgeblendet. Du fühlst dich besonders, wertvoll. Sie zeigt dir einen Teil ihrer Seele. Sie lässt dich einen kurzen Einblick erhaschen, einen Blick hinter die perfekte Maske, unter das dicke Fell.  

Und im nächsten Augenblick ist es verflogen. Sie wendet sich ab. Streift weiter durch ihr Revier, pirscht sich an die nächste Beute heran, überfällt sie so plötzlich wie sie es gerade noch bei dir getan hat. 

Du bleibt zurück. Verwundet, leer. Gerade noch geblendet von der Intensität der Schönheit, jetzt gestochen von der Intensität der Ablehnung, der Gleichgültigkeit. 
Dir bleibt ihr Geruch und die Erinnerung an den Moment. Die Sekunde, in der sie dir das Gefühl gab etwas besonders zu sein.  In der ihre Aufmerksamkeit dir gehörte. Du der Mittelpunkt ihrer Welt warst. 

Sie ist eine Raubkatze. Sie wird sich nicht festlegen, wird nicht bei dir bleiben. Sie braucht die Jagd, lebt von ihr. Sie braucht das Gefühl begehrt zu werden, nicht nur von dir, sondern von allen. Sie will verzaubern, verführen, verwirren, verlassen. Sie lebt davon. 
Hör nicht auf, sie zu bewundern, zu begehren, zu vergöttern. Sie lebt davon. 


Samstag, 18. März 2017

La bande sonore d'un weekend en Irlande...

Der Soundtrack eines Wochenendes in Irland. 

"Es ist keine Wiedersehensfreude, die ich empfinde. Es ist vielmehr das Gefühl, dass ich nie richtig weg gewesen bin. Dass wir uns nicht auseinander gelebt haben. Dass alles noch wie früher ist. 
Es ist eines der schönsten Gefühle, wenn die Zeit vergangen ist, man aber noch das gleiche Gefühl hat. Die gleiche Freude, der gleiche Humor, die gleichen Gesprächsthemen. Vertrautheit, Geborgenheit, Freundschaft. Ich fühle mich vollkommen, ganz. Ihr habt mir gefehlt, aber irgendwie waren wir trotzdem die ganze Zeit zusammen."

Es war eine Reise, auf die ich lange hin gefiebert habe. Seit ich mein Bachelor-Studium im September abgeschlossen habe, habe ich viele meiner Kommilitonen nicht mehr gesehen. Wir waren ein bunter Haufen von Weltenbummlern und uns allen war klar, dass es schwer sein würde sich wiederzusehen. Und doch hat es ein kleiner Teil am letzten Wochenende geschafft. 

9.03- 13.03.2017 in Irland mit meinen Mädels, les filles, der Prag-Crew, dem #GermanFrenchSquad. Ein Wiedersehen in zweierlei Hinsicht. 

Natürlich stand das Wiedersehen mit den Mädels im Mittelpunkt, aber auch auf die grüne Insel mit ihren Schafherden und endlosen Landschaften freute ich mich. Ich hatte mich bereits letztens Jahr im September in dieses Land und seine Leute verliebt und dieses Wochenende hat den Wunsch dorthin zurückzukommen weiter verstärkt. 

Donnerstag, 9.03.17, verbrachte ich in Dublin, wo ich einfach durch die Straßen schlenderte, mir überlegte direkt in einen Pub zu gehen und mich von der Freundlichkeit der Iren wieder überzeugen ließ. Am Abend kamen dann auch die anderen Mädels an und zusammen fuhren wir mit dem Bus (Citylink) nach Galway, natürlich mit dem richtigen Soundtrack. 

Dort angekommen empfing uns unsere Freundin, die wir besuchten, und wenig später fielen wir todmüde in die Betten unseres absolut typisch irischen B&Bs "Bayview"

Freitag, 10.03,17, standen wir ziemlich früh auf und genossen erstmal das irische Frühstück. 
Da ich mich dazu entschlossen habe Süßigkeiten zu fasten, war es für mich eine kleine Herausforderung die leckeren Kuchen und Muffins zu ignorieren, aber Egg & Bacon haben mir dabei ganz gut geholfen. Wir nahmen schließlich den Bus nach Connemara, weil es mit der Autovermietung ein bisschen Probleme gab. So konnten wir auf der Fahrt aber alle die Landschaft bewundern und lautstark Michel Sardou "Les lacs du Connemara" zum besten geben.
Aus Angst vor Regenschauern hatten wir die komplette Regenkluft eingepackt, die wir letztendlich gar nicht brauchten. Der irische Wettergott erwies sich als sehr gnädig und schickte uns erst Regen, als wir den Nationalpark Connemara abends wieder verließen. Der Tag war sehr lustig, weil wir auch auf der Wanderung das Singen nicht unterlassen konnten. Auch unser Prag Soundtrack "Fight Song" war mit von der Partie.

Nachdem wir gegen den Wind ankämpfend endlich den Gipfel des Diamond Hills erreicht hatten, belohnte uns die Natur mit einem atemberaubenden Blick über die Seen des Connemara, die Michel Sardou so passend besungen hatte.

Abends kamen wir um kurz vor 9 wieder in Galway an und drängten uns direkt in einen mit irischen Fans gefüllten Pub. Wir wollten, wie sie, das Rugby Spiel Irland gegen Wales sehen. Leider verloren die Iren, was aber anscheinend niemanden sehr betrübte.
Im Pub fühlten wir uns doch ein bisschen underdressed, so ungeschminkt und in Outdoor-Klamotten. Alle Irinnen hatten sich herausgeputzt und bis zur Unkenntlichkeit mit Make-up bekleistert. Besonders gravierend war der Unterschied auf der Toilette im grellen Neonlicht zu sehen. Erstaunlicherweise wurden wir trotzdem angesprochen und hatten Spaß mit Live-Musik und Cider. 

Samstag, 11.03.17, wieder starteten wir mit Sonnenschein in den Tag. Wir besichtigten Galway und genossen den Tag am Strand und in der Innenstadt. Sollten wir jemals ein Auslandssemester in Irland machen, wissen wir bereits, dass wir in diese Stadt wollen.
Die Atmosphäre und die süße Architektur hatten es uns direkt angetan. Außerdem haben wir bereits zwei Lieblingslieder über diese Stadt, denn auch das originale "Galway Girl" gehörte an diesem Wochenende zu unserem Soundtrack.

Zur Feier des Tages kauften wir uns dann alle den gleichen grünen Pulli als Erinnerung an diesen Trip. 

Nachmittags nahmen wir wieder den Bus Richtung Dublin. Dort angekommen verliefen wir uns ein bisschen auf dem Weg zu unserem AirBnB nahe des Phoenix Parks. Als wir dann angekommen waren, reichte es nur noch für eine Portion Nudeln mit Pesto, das erste von zahlreichen Guinness und eine kleine Schicht Make-Up. Wir wollten diesmal nicht wieder durch unsere natürliche Schönheit auffallen.
Uns erwartete eine unvergessliche Partynacht (nachdem wir alle Teile wieder ins Gedächtnis gerufen haben) mit Guinness, französischen, irischen und amerikanischen Bekanntschaften, einer unerwarteten Houseparty mit Hendrick's Gin, unserer Lieblings-Showersongs und mehr oder weniger irischen Tänzen. 

Sonntag, 12.03.17, nachdem wir alle nicht gerade früh im Bett waren, ließen wir den Tag sehr langsam angehen und suchten uns erstmal einen Ort für einen kleinen Kater-Brunch. Danach besuchten wir dann noch das Guinness-Museum. Auf 5 Stockwerken erfährt man alles rund um das braue Gold, auf das die Iren genauso stolz sind wie auf den Saint Patrick's Day. Über den Dächern von Dublin konnten wir am Ende dann noch unser eigenes Guinness in der Gravitybar genießen. 

Den letzten Abend verbrachten wir zu dritt bei Fish&Chips und Burgern im Party-Viertel Temple Bar. Bevor wir unsere Reise beendeten, genossen wir die Live Musik in der originalen Temple Bar und schlossen erneut interessante Bekanntschaften.

Am Montag reichte es nur noch für einen Spaziergang im Phoenix Park bevor wir dann Richtung Flughafen aufbrachen und unsere Wege sich wieder trennten.

Dieses Wochenende wird uns in sehr guter Erinnerung bleiben.
Wenn ich Bilanz ziehe, kann ich ordentliche 5 Liter Guinness verbuchen. Ich habe Galway, Connemara und Dublin gesehen, habe irische, golfspielende Ärzte kennengelernt, habe wieder einen Glückstreffer beim irischen Wetter gelandet (fast kein Regen), weiß meine Gummistiefel in jeder Lebenslange einzusetzen.
Aber vor allem weiß ich, dass ich immer Freunde überall auf der Welt haben werde, die ich besuchen kann und die für mich da sind.
My Galway Girls in matching sweaters!

Sonntag, 5. März 2017

La phase transitoire...

Übergangszeit. 

Man könnte es auch die Zeit zwischen den Stühlen nennen. Wenn ein Weg zu Ende ist und vor einem nichts liegt. Es geht steil eine Klippe hinunter.
Oder da ist eine Kreuzung mit mehreren Straßen, in denen man zwar etwas erwarten, sich aber nichts sicher sein kann. 
Irgendeinen Weg muss man einschlagen, sonst bleibt man stehen. Stillstand.

Nichtstun- kann ich nicht. Keinen Plan haben- ist neu für mich, gefällt mir nicht, stresst mich. 

Mein Praktikum neigt sich dem Ende zu, ich werde RENÉSIM Ende März nach 6 Monaten verlassen. Ich bin froh und stolz über die Zeit, die ich dort verbracht habe und die Dinge, die ich gelernt habe. Ich weiß jetzt, dass die Arbeit mir gut gefällt und ich mir den internationalen Kundenkontakt gut als Berufsperspektive vorstellen kann. 
Ich weiß aber auch, dass ich noch einmal Studieren möchte.
Ein Master, der mich genau für diesen Bereich spezialisiert, wird mir Türen öffnen und mir die Chance geben mich weiterzuentwickeln. 

Nun fängt der Großteil der Master zum Wintersemester an, was mich mit 6 Monaten freier Zeit zurücklässt. 
Und genau diese Übergangszeit lässt mich mit Fragen zurück, die man nicht so leicht beantworten kann. 

Mache ich einfach Pause, genieße den Sommer und investiere die Zeit in die Masterbewerbungen? 

oder

Mache ich noch ein weiteres Praktikum und sammle weitere Erfahrung, bevor es im Oktober dann mit dem Studium losgeht? 


Nach langem Hin und Her, nach vielen Gesprächen mit Familie und Freunden, habe ich mich für die zweite Option entschieden. Nichtstun- kann ich nicht. Wie ich bereits gesagt habe.
Ich brauche eine Aufgabe, habe mich an den Luxus eines regelmäßigen Einkommens gewöhnt, freue mich auf die Berufsperspektive, die ich bei Xing Events ab 1.04.2017 bekomme. 

Langsam wird es Frühling. Die Sonne zeigt sich immer öfter. Mir schmilzt ein großer Klotz vom Herzen. 
Ich freue mich auf den Frühling, den Sommer, neue Erfahrungen, die Münchner Sommernächte und Tage, Beachvolleyball, die geplanten Urlaube, meine nächste Reise, die ich bereits am Donnerstag antrete, Wiedersehen, neue Bekanntschaften, neue Geschichten, neue Inspiration, so ziemlich alles.


Freitag, 3. Februar 2017

La La Land ou le monde intact...

Eine Geschichte wie aus einem alten schwarz-weiß Klassiker: Mädchen trifft Jungen, sie verlieben sich und erobern zusammen die Welt. 
Das Ganze in knalligen Farben als Musical mit Songs zum Mitwippen und Dahinschmelzen ist LaLaLand. Ein toller Film mit zauberhaften Aufnahmen, der dazu einlädt ganz in seine Welt einzutauchen. 
Nun ist dieser Film dieses Jahr für 14 Oscars nominiert. 
Berechtigt oder nicht, stellt sich doch die Frage warum gerade dieses Jahr ein Musical über die heile Welt so groß beworben und gefeiert wird? 
Ein Film, in dem das Problem der Hauptpersonen nur das eigene Scheitern an der Verwirklichung ihrer Träume ist. 
Ein Film, bei dem man höchstens Liebeskummer und den ein oder anderen Ohrwurm fürchten muss. 
Ein Film, der einen der Realität entfliehen und träumen lässt. 

Braucht unsere Welt genau das? Die Vorstellung einer heilen Welt, weil wir es schaffen die, die wir haben vollends zu verkorksen? Brauchen wir eine Ersatzwelt, in der es keine Krisen, keine Kriege und keine Einreiseverbote gibt? 

Mir persönlich hat der Film gut getan. Er ist wie Balsam für die Seele wie so viele meiner Lieblingsfilme. Er zeigt uns, dass es die große Liebe wie in alten schwarz-weiß Klassikern auch heute noch gibt. Oder zumindest die Sehnsucht danach. 
Und um diese Sehnsucht geht es doch auch, Es geht darum, dass wir uns alle genau nach dieser heilen Welt sehnen. Nach der perfekten sternenklaren Nacht, nach dem perfekten Lied, nach dem richtigen Tanzpartner, nach unserer Berufung, nach den Dingen im Leben, die Spaß machen. 

Leid, Krieg, Angst, Horror, davon sehen wir täglich in den Nachrichten genug. 
Dafür müssen wir nicht ins Kino gehen.
(So schnell kann aus einer Filmreview eine Gesellschaftskritik werden.)

Here's to the fools who dream

Dienstag, 24. Januar 2017

4 days in Lisbon - #EatShopNapPartyEnjoy

Unsere eigene Version von #EatPrayLove

Für vier Tage tauschten meine Freundin Lena und ich die eisige Kälte gegen den portugiesischen Sonnenschein. Den Alltag gegen eine Entdeckungsreise durch eine atemberaubende Stadt. Den Stress gegen ganz viel Entspannung, Freizeit, Genuss und Spaß.
Gegessen haben wir gut und viel.
Gebetet haben wir nur, dass die Sonne scheint, was sie dann auch tat.
Verliebt haben wir uns in diese Stadt, mit allem was sie zu bieten hat.
Aber vor allem haben wir diesen Urlaub genutzt, um unsere Energielevel wieder aufzufüllen.

Hier ein kleines Resumé:

gefreut: habe ich mich schon als ich am Donnerstag ins Flugzeug stieg über das Feriengefühl; über den Blick aus dem Flugzeugfenster; auf das Meer und den blauen Himmel; über das Wiedersehen mit Lena; über ganz viel gutes Essen (später ausführlicher); über die Sonne; über die Shoppingausbeute (ebenfalls ausführlicher); über unser Granny-Life und unsere jugendliche Partynacht
gelesen: den Reiseführer (sporadisch); den Roman "Rendezvous im Café de Flore"- ebenso kitschig wie schön

gesehen: die wichtigsten Ecken von Lissabon (Baixa, Alfama, Chiado) auf einer 3-stündigen Walking-Tour (Website der Free-Walking-Tour); kleine Gassen und Plätze auf eigene Faust (z.B. Belém); viele schöne, interessante Menschen
gekauft: einiges - obwohl ich nur mit Handgepäck unterwegs war, aber egal ob Stradivarius, Pull&Bear, Zara, Bershka etc. überall waren Saldos (eine Art Schlussverkauf) mit bis zu 70%-Reduzierung

gehört: zwei Lieder- immer und immer wieder: Ed Sheeran "Castle on the Hill" & "Shape of You"

gerochen: Orangen, die im Januar schon reif sind; frische Wäsche, die die Menschen zum Trocknen raushängen; das Meer, obwohl es eigentlich nur der Fluss Tejo war
getragen: meine neuen Sachen gleich zum Pub Crawl durch das Bairro Alto (ja man trinkt dabei viel billigen Alkohol, man lernt keine Einheimischen kennen und man hat am nächsten Tag ein klitzekleines bisschen Kopfweh- aber man hat definitiv Spaß)

gedacht: "Kann eine Stadt noch schöner sein?"; "Sind wir wirklich schon so alt und so lange befreundet?"; an die guten, alten Zeiten; und die Zukunft; und manchmal an nichts, was besonders gut tat

gefeiert: in einem Club, dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe und der nicht erwähnenswert ist; zu den Klassikern; #youngwildfree #partyallnight

gegessen: sehr gut! Wir haben diesen Trip vom ersten Tag an zu einer Schlämmertour durch Lissabon gemacht. Einige Adressen:
  • "Zé dos cornos" : Sehr unscheinbar, eher wie ein Imbiss von außen; einheimisch und richtig portugiesisches Essen (Fisch und Fleisch); sehr nettes Personal
  • "Petisqueira conquistador": Sehr nettes Bistro, eignet sich für einen Mittagsessen in der Nähe des Castelos, sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • "Royale Café": Sehr stylisches Lokal mit nettem, jungen Personal; toller, weißer Sangria; super leckeres Essen, im Sommer kann man im Innenhof schön sitzen
Highlights: 
  • "Mercado da Ribiera- Time out Market": Verschiedene Stände mit dem besten Essen der Stadt; tolle Auswahl; nur zu empfehlen
  • "The Decadente": Unser Lieblingsrestaurant; sehr idyllisch gelegen; Innenhof für den Sommer; hervorragendes Essen zu fairen Preisen 
gelacht: über Menschen, die wir heimlich beobachtet haben; über uns selbst beim Beobachten; über wirklich viel und eigentlich nichts; es hat uns mindestens genauso viel Energie gegeben wie die Sonne

Es wird sicher nicht der letzte Besuch in dieser Stadt sein, denn wir haben uns, wie gesagt, ein bisschen verliebt.
Jetzt heißt es erstmal stark sein, denn #winteriscoming #andnotleavingsoon